Moorbegehung 6. April 2007

Angelsaison des Sportangelverein „Früh auf“ Heide hat begonnen
"Früh auf" Angler pilgern mit vielen Gästen durch das Süderholmer und Ostroher Moor

Oh schaurig ist`s, übers Moor zu gehen.“ Das wusste schon die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff vor über 150 Jahren. Auch heute noch faszinieren Moore durch ihr Gruselpotential. Angst, als Moorleiche zu enden, muss man bei der traditionellen Moorbegehung des Sportangelvereins „Früh auf“ Heide heute zum Glück nicht haben.
Das Landschaftsschutzgebiet Ostroher/Süderholmer Moor ist vielen nahezu unbekannt. Diese fast unberührte Natur galt es jetzt am Karfreitag mit dem Heider Angelverein zu erkunden. „Früh auf“ Vorsitzender Friedemann Bach leitete die Wanderung und erklärte in ausführlicher Form etwas über die Größe des Moores, über Pflanzen und Tiere, über das Klima und die Entstehungsgeschichte.

 


Selbst Andreas Sager aus Quickborn, Präsidiumsmitglied des Landesverbandes der Sportfischer, ließ es sich in diesem Jahr nicht nehmen, zusammen mit den über 70 Anglern und Naturbegeisterten trotz regnerischem Wetter sich einen Einblick in das seit 1973 vom Sportangelverein „Früh auf“ Heide betreute, ca. 283 Hektar große Landschaftsschutzgebiet, - eines der wenigen aktiven Niedermoore in Schleswig-Holstein - zu verschaffen. Bei der insgesamt ca. 100 ha offenen Wasserfläche handelt es sich um Torfkuhlen, die durch Grundwasseranschnitt bei Abgrabungen zur Torfgewinnung entstanden sind.
Bach betonte, dass der Heider Angelverein nicht nur Nutzer, sondern zugleich auch Naturschützer, Heger und Pfleger des Landschaftsschutzgebietes sei. Seit über siebzig Jahren leistet der Verein intensiven Natur- und Umweltschutz. “In dieser Zeit hat der Verein finanzielle Aufwendungen in Höhe von umgerechnet ca. 2,5 Millionen Euro aufgebracht,“ betonte Bach mit Stolz.


Insgesamt leisten die „Früh auf“ Mitglieder weit über 2500 Arbeitsstunden jährlich, um die einzigartige Landschaft mitsamt den Stillgewässern und Böschungen von Unrat zu befreien, Wildwuchs zu durchforsten sowie Ufersicherungsmaßnahmen zu treffen. Dadurch werden die öffentlichen Kassen nicht belastet. 
„Letztes Jahr haben unsere Mitglieder wieder knapp 1.000 Pfähle zur Ufersicherung eingerammt und mehrere Tonnen lose Faschinenverbände verarbeitet. Diese haben sich als idealer Unterschlupf, wie z.B. für Lurche, Fische und Ringelnattern, bewährt,“ so Bach. 
Durch die jahrzehntelangen Bemühungen des Angelvereins ist das Ostroher/Süderholmer Moor von einer Müllkippe zu einem Naherholungsgebiet und Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen geworden.
In Eigenbeschränkung sind große Teile als Ruhezonen für das Wild ausgewiesen. In einem der Teiche des Ostroher Moores sind unter anderem künstliche Nisthilfen als Brutplätze für die in Schleswig-Holstein selten gewordene Trauerseeschwalbe angelegt worden. Ca. 12 Brutpaare brüten ständig im Moor.
Anerkennend daher auch die Worte von Heides stellvertretender Bürgervorsteherin Ilka Marczinzik für den hohen Pflegeaufwand und der intensiven Betreuung dieser phantastischen Landschaft durch die Angler.
Ralph Mayer aus Kornwestheim, der sich derzeit mit seiner Familie als Feriengäste in Dithmarschen aufhält, zeigte sich begeistert über die Wanderung: „Durch das Moorgebiet mit seiner ungewöhnlichen Flora und Fauna zu wandern, ist für uns ein tolles Ferienerlebnis. Da lohnt es sich wirklich früh aufzustehen. So haben wir spannende Einblicke in die schöne Naherholungsregion, die jedem Erholungs- und Regenerationsmöglichkeiten in einer gesunder Umwelt bietet, bekommen.“

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